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Opferfestansprache 1432 H. – 2011 R.

Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar,  Allâhu ´Akbar,  Allâhu ´Akbar,  Allâhu ´Akbar,  Allâhu ´Akbar,  Allâhu ´Akbar

Der Dank gebührt Allâh, dem Schöpfer, der uns das Fest beschert. AsSalâh und as-Salâm für unseren geehrten Propheten Muhammad, den Wahrhaftigen, sowie für seine Angehörigen, die rechtschaffen waren, und denjenigen, die ihnen im Guten gefolgt sind.

Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, und bezeuge, dass unser geehrter Prophet Muhammad Gottes Diener und Gesandter zu allen Menschen und Djinn sowie das beste Geschöpf Gottes ist.

Sodann, Diener Gottes, ich fordere euch und mich zur Rechtschaffenheit auf und zur Furcht vor Allâh, dem Erhabenen.

Allâhu Ta^âlâ sagt in den Âyât 18 und 19 der Sûrah al-Haschr:

﴿يَا أَيُّها الذينَ ءَامَنُوا اتَّقُوا اللهَ وَلْتَنْظُرْ نَفْسٌ ما قَدَّمَتْ لِغَدٍ وَاتَّقُوا اللهَ إِنَّ اللهَ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلونَ ولا تَكُونُوا كالَّذِينَ نَسُوا اللهَ فأَنْسَاهُمْ أنفُسَهُمْ أُولَئِكَ هم الفَاسِقُون﴾

Die Bedeutung lautet:

{O ihr Gläubigen, seid Gottesfürchtig, indem ihr die Pflichten, die Gott euch auferlegte, nicht unterlasst; und der Diener Gottes soll überlegen, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat. Seid Gottesfürchtig, indem ihr die Sünden unterlasst, gewiss ist Allâh wissend über eure Taten. Seid nicht wie diejenigen, die das unterließen, was Allâh ihnen befahl und deswegen keine Gnade und keinen Erfolg von Allâh beschert bekamen. Jene sind die Großsündigen, die den Gehorsam zu Allâh unterließen}.

Brüder im Islam, wisset, dass der Gesandte Gottes ﷺ zur Opferschlachtung aufforderte, indem er sagte:

ضَحُّوا وَطَيِّبُوا بِهَا أَنْفُسَكُمْ فإنهُ ليسَ مِنْ مُسْلِمٍ يُوَجِّهُ ضَحِيَّتَهُ إلَى القِبْلةِ إِلا كانَ دَمُها وَفَرْثُهَا وَصُوفُها حَسَنَاتٍ في مِيزانِه يَوْمَ القِيَامَة

Die Bedeutung lautet: „Opfert, denn der Muslim, der sein Opferschaf beim Schlachten zur Gebetsrichtung wendet, wird am Tag des Jüngsten Gerichts Belohnung dafür erhalten“.

Das Opferschlachten ist eine bestätigte Sunnah Mu´akkadah für denjenigen, der dazu in der Lage ist, gleich ob er Pilger ist oder nicht. Die Zeit dazu beginnt, wenn nach der Morgengebetszeit die Dauer von zwei Gebetseinheiten und zwei Ansprachen verstrichen ist. Dies bedeutet, dass das, was davor geschlachtet wurde, hierfür nicht gilt, wie es aus dem Hadîth, den der Imâm al-Bukhâriyy und der Imâm Muslim überlieferten, hervorgeht. Darin sagte Al-Barâ´: Der Gesandte Gottes hielt am Festtag die Ansprache nach dem Festtagsgebet und sagte:

مَنْ صلَّى صلاتَنا هذهِ ونَسَكَ نُسكَنا فقد أصابَ سنَّتَنا ومن نسكَ قبلَ صلاتِنا فتلكَ شاةُ لحمٍ فليذبحْ مكانَه“

Die Bedeutung lautet: „Wer das Festtagsgebet verrichtet und danach die Opferschlachtung ausgeführt hat, hat die Sunnah ausgeführt; und was er vor dem Festtagsgebet geschlachtet hat, gilt nicht als Opferschlachtung, dieser sollte erneut schlachten“.

Die Zeit für die Opferschlachtung dauert bis zum Sonnenuntergang des dreizehnten von Dhu l-Hidjdjah an. In den Aussagen der schâfi^îtischen Gelehrten gibt es Einigung darin, dass es nicht erlaubt ist, etwas von der Opferschlachtung zu verkaufen, gleich ob sie aufgrund eines Gelübdes oder freiwillig ist. Dieses bezieht sich auf das Fleisch, das Fett, die Haut, die Hörner, die Wolle und anderes, sogar ist es nicht erlaubt, die Haut oder andere Teile dem Fleischer als Lohn zu überlassen, denn der Imâm al-Bukhâriyy überlieferte über ^Aliyy, dass er sagte: Der Gesandte Gottes befahl mir, über seine Opferschlachtung zu walten und befahl mir, nichts davon dem Fleischer zu geben und sagte:

نَحْنُ نُعْطِيهِ مِنْ عِنْدِنا

Die Bedeutung lautet: „Wir geben ihm von uns“ (also von etwas anderem als der Opferschlachtung).

Brüder im Islam, die Opferschlachtung ist eine Nachahmung des geehrten Propheten Ibrâhîm, ^Alayhi s-Salâm, denn der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

سُنّةُ أَبِيكُم إِبراهيم

Die Bedeutung lautet: „Das Opferschlachten ist eine Nachahmung des Propheten Ibrâhîm“.

Der Prophet Ibrâhîm erhielt im Traum die Offenbarung, seinen Sohn Ismâ^îl zu schlachten. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Âyah 102 der Sûrah asSâffât – als Bericht über das, was der Prophet Ibrâhîm zu seinem Sohn sagte:

﴿يا بُنَيَّ إِنِّي أَرَى في المنامِ أَنِّي أَذْبَحُكَ فَانْظُرْ ماذا تَرَى﴾

Die Bedeutung lautet: {Mein Sohn, ich sah im Traum, dass ich dich schlachte}.

Wenn die Propheten im Traum sehen, dass sie etwas tun, dann ist dies eine Offenbarung und so entschloss sich der Prophet Ibrâhîm, das zu verwirklichen, was er im Traum sah.

Die Gelehrten für Biographien und Interpretationen überlieferten, dass, als der Prophet Ibrâhîm seinen Sohn schlachten wollte, er zu ihm sinngemäß sagte: „Lass uns losgehen, um eine Schlachtung zu opfern.“ Er nahm dann ein Messer und ein Seil mit und sie gingen zwischen die Berge. Ismâ^îl sagte dann sinngemäß: „Vater, wo ist das, was du opfern willst?“ Darauf sagte der Prophet Ibrâhîm sinngemäß zu ihm: „Ich sah im Traum, dass ich dich schlachte.“ Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah asSâffât, Âyah 102 – als Bericht über das, was der Prophet Ismâ^îl zu seinem Vater sagte:

﴿قَالَ يا أبتِ افعل ما تُؤْمَرُ ستجدُني إن شاءَ اللهُ مِنَ الصَّابِرين﴾

Die Bedeutung lautet: {Ismâ^îl sagte zu seinem Vater: Führe das aus, was dir befohlen wurde; ich werde, so Gott will, Geduld haben}.

Dann sagte Ismâ^îl sinngemäß: Fessel mich gut, halte deine Kleidung von mir fern, damit mein Blut nicht darauf spritzt und meine Mutter es sieht und trauert und wenn du zu meiner Mutter gehst, dann richte ihr einen Gruß von mir aus.

Dann küsste ihn der Prophet Ibrâhîm, weinte und sagte sinngemäß: Mein Sohn, was für eine Unterstützung du doch bist, um den Befehl Gottes auszuführen.

Er führte dann das Messer an die Kehle seines Sohnes, jedoch schnitt es nicht. Mudjâhid sagte darüber: „Das Messer wendete sich.“ Der Prophet Ismâ^îl sagte dann sinngemäß: „Was hast du?“ Er sagte sinngemäß: „Es wendete sich.“ Ismâ^îl sagte sinngemäß: „Stech es rein.“ Es trennte trotzdem nichts durch. Dies ist, weil Allâh der Schöpfer von allem ist; Er erschafft das Schneiden des Messers und alles andere.

Allâh weiß mit Seinem anfangslosen Wissen, das sich weder vermehrt noch verringert noch erneuert, dass sie beide wahrhaftige Gottergebene sind und wahrhaftig im Ausführen der Befehle Gottes.

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah asSâffât, Âyah 105:

﴿قَدْ صَدَّقْتَ الرُّؤْيا إِنّا كذلكَ نَجْزِي الْمُحْسِنِين﴾

Die Bedeutung lautet: {Du hast den Befehl Gottes, den du im Traum erhalten hast, ausgeführt, damit werden die Aufrichtigen belohnt}.

D. h. dies ist das Opfer wegen deines Sohnes. Dann sah der Prophet Ibrâhîm den Engel Djibrîl, der einen großen Schafbock bei sich hatte. Allâh Ta^âlâ sagt in der Sûrah asSâffât, Âyah 107:

﴿وفديناهُ بذِبحٍ عظيم﴾

Die Bedeutung lautet: {Wegen ihm (Ismâ^îl) wurde ein großes Schaf geopfert}.

Dies bedeutet: Allâh erlöste den Propheten Ismâ^îl vom Schlachten, indem an seiner Stelle ein großer, horniger Schafbock geschlachtet wurde.

Brüder im Islam, diese Geschichte stärkt unseren Glauben an die Besonderheit der Propheten, die alle Muslime und gehorsam sind. Allâhu Ta^âlâ lobt die Propheten, indem er in der Âyah 86 der Sûrah al-´An^âm sagt:

﴿وَكُلًّا فَضَّلنا علَى العالَمِينَ﴾

Die Bedeutung lautet: {Die Propheten sind die besten Geschöpfe}.

So sollten wir die Propheten nachahmen, indem wir nach der Verrichtung der guten Taten und der Unterlassung der Sünden streben.

Aus dieser Geschichte lernt man auch, dass der Wille Gottes geschieht und dass der Befehl Gottes etwas anderes ist als der Wille Gottes, denn Allâh befahl dem Propheten Ibrâhîm, seinen Sohn zu schlachten, das Geschehen dessen jedoch nicht vorherbestimmt.

Dies bedeutet, dass nicht alles, wozu Allâh befiehlt, dessen Geschehen Er vorherbestimmte; und dass nicht alles, dessen Geschehen Allâh vorherbestimmt, Er dazu befahl. Der Glaube der Gläubigen sowie ihre Verrichtung der guten Taten geschehen Seinem Befehl folgend, sowie gemäß Seinem Willen und Seiner Vorherbestimmung. Und der Unglaube der Ungläubigen sowie die Sünden der Sünder geschehen gemäß dem Willen und der Vorherbestimmung Gottes, jedoch hat Er dies nicht befohlen.

Dies dazu und ich bitte Allâh für mich und euch um Vergebung.

Die zweite Ansprache

Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar,

Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar, Allâhu ´Akbar

Der Dank gebührt Allâh. AsSalâh und as-Salâm für den Gesandten Gottes Muhammad.

Brüder im Islam, zu diesem besonderen Anlass erinnere ich euch und mich an das Aufrechterhalten der verwandtschaftlichen Beziehungen und das Trösten der Armen, Waisenkinder, Witwen und Bedürftigen, denn der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

أَطْعِمِ الطّعامَ وَصِلِ الأرحامَ وَصَلِّ بِالليلِ والناسُ نيام تدخُلِ الجنَّةَ بسلام

Die Bedeutung lautet: „Verteile Nahrung, begrüße die Menschen, halte die verwandtschaftlichen Beziehungen aufrecht, verrichte Gebete in der Nacht, während die Menschen schlafen, und du wirst das Paradies unbestraft betreten“.

Und ich warne euch und mich vor dem Unterbrechen der verwandtschaftlichen Beziehungen, denn Allâhu Ta^âlâ sagt:

﴿وَاتَّقُوا اللهَ الَّذِي تَسَاءَلُونَ بِهِ وَالأَرْحَامَ إِنَّ اللهَ كَانَ عَلَيْكُمْ رَقِيبًا﴾

Die Bedeutung lautet: {Fürchtet Allâh, mit Dessen Namen ihr voneinander verlangt, und fürchtet euch davor, die verwandtschaftlichen Beziehungen zu unterbrechen. Wahrlich, Allâh hat das vollkommene Wissen über euch}.

Das Unterbrechen der verwandtschaftlichen Beziehungen gehört zu den großen Sünden. Die Unterbrechung der verwandtschaftlichen Beziehungen geschieht durch das Entfremden des Herzens des Verwandten und das Wegstoßen des Verwandten. Dies geschieht durch die Unterlassung der Güte ihnen gegenüber, während sie in Not sind, aber auch durch die Unterlassung des Besuchens ohne entschuldbaren Grund.

Zu den Verwandten zählen die Großväter, Großmütter, Tanten und Onkel mütterlicher- und väterlicherseits und deren Kinder.

Bruder, wenn dein Verwandter die Beziehung nicht aufrecht erhält, so halte du sie aufrecht, damit du dafür viel Belohnung erhältst. Denn der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

صِلْ من قَطعك

Die Bedeutung lautet: „Halte die verwandtschaftliche Beziehung zu demjenigen aufrecht, der sie zu dir unterbracht“.

Der Imâm al-Bukhâriyy überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ auch sagte:

„لَيْسَ الوَاصِلُ بِالْمُكَافِئِ ولكنَّ الوَاصِلَ مَنْ وَصَلَ رَحِمَهُ إذَا قَطَعَتْ“

Die Bedeutung lautet: „Die größere Belohnung liegt nicht darin, die Beziehung zu dem Verwandten aufrecht zu erhalten, der sie selbst aufrecht erhält, sondern darin, die Beziehung zu dem Verwandten aufrecht zu erhalten, der sie unterbrach“.

Diese beiden Aussagen des Gesandten deuten darauf, dass das Aufrechterhalten der verwandtschaftlichen Beziehung zu dem Verwandten, der sie zu dir unterbricht, höher belohnt wird, als das Aufrechterhalten der verwandtschaftlichen Beziehung zu dem Verwandten, der sie zu dir aufrecht erhält. Dies gehört zu den guten Charaktereigenschaften, zu denen die islamische Religion auffordert. Somit sollte man nicht sagen: „Jener Verwandte besucht mich nicht und fragt nicht nach mir, warum sollte ich ihn dann besuchen?“ Stattdessen sollte man ihn besuchen, damit man die große Belohnung erhält – so Gott will.

Bruder im Islam, strebe die Verrichtung der guten Taten an, folge den Befehlen Gottes und handle für dein Jenseits. Bereite dich auf das Jenseits mit Gottesfurcht vor, indem du die Pflichten verrichtest, die Sünden unterlässt und viele weitere gute Taten verrichtest, denn dies ist das, was am Tag des Jüngsten Gerichts nutzt.

Ich erinnere euch auch an das Besuchen der Gräber sowie an die Bittgebete, die Qur´ân-Rezitation für ihre muslimischen Bewohner, da ihnen damit genutzt wird.

O Allâh, lasse uns bitte von denjenigen sein, die zur Verrichtung der guten Taten eilen, lasse uns auf dem richtigen Glauben standhaft bleiben, beschere uns den Erfolg bei der Verrichtung der Handlungen, die du liebst, und vergebe den lebendigen und toten Gläubigen.

Möge es euch jedes Jahr gut gehen.

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